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Deutschland, Italien, Grossbritannien: Schulterschlüsse für Kraftakte

„Alle gegen die AfD!“ – Kein neuer Duce für Italien! – Das Unterhaus will keinen ungeregelten Brexit und nimmt seine Entmachtung nicht hin. – Ja, es stimmt: Diese Schulterschlüsse sind keine Bündnisse auf Dauer, und „grosse Koalitionen“ sind sowieso ungesund für Länder und Koalitionsparteien. Aber die aktuellen Kraftakte müssen sein und verdienen grossen Respekt.

In Brandenburg und Sachsen haben die Kräfte, die keinen rechtsextremen Staat wollen, die AfD unter der 30-Prozent-Marke gehalten. Klar: In einer nächsten Phase muss sich herausbilden, welche Parteien wieder mehr Vertrauen bilden, ihre Wähleranteile stabilisieren und ausauen können. Aber wo stünde Deutschland heute, wenn die AfD in diesen Bundesländern in die Nähe der Regierungsmacht gekommen wäre?

Noch ist Deutschland die „wehrhafte Demokratie“, die nach dem Zweiten Weltkrieg proklamiert wurde. Und wird sie bleiben – davon bin ich überzeugt.

Überraschend deutlich hat die Basis der Cinque Stelle der Bildung einer Regierung mit den Sozialdemokraten zugestimmt. Da wirkte auch wieder einmal der Faktor Persönlichkeit: Staatspräsident Matarella, Ministerpräsident Conte und wohl noch einige andere gaben ihr Bestes und fanden Gehör. Und Italien zeigt sich von einer Seite, die wohl in Nordeuropa Wenige erwartet hätten. Man verachtet ja so leicht und so gern…

Grossbritannien geniesst viel Sympathie und Respekt in der Schweiz. Seit dem Brexit-Entscheid machte sich aber Irritation breit. Doch jetzt erheben die Kräfte der Vernunft und der Selbstachtung ihr Haupt. Boris Johnson mag Neuwahlen ausschreiben – und das Ende seines Spuks herbeiführen.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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