Sie befinden sich hier:

Das neue SVP-Bundesratsmitglied wirkt an der Neupositionierung der Schweiz in Europa mit

Die Wahl der Nachfolgerin oder des Nachfolgers von Bundesrat Ueli Maurer – europapolitisch gesehen.

Die neue SVP-Bundesrätin oder der neue SVP-Bundesrat wird auch die Europapolitik beeinflussen – und vielleicht die diesbezügliche Entwicklung seiner Partei. Zwar werden die Blockade und die – von Avenir Suisse permanent beobachtete und aufgezeigte* – Erosion der bilateralen Beziehungen wohl noch Jahre andauern. Die Schweiz wird die Möglichkeiten, die Potenzialien austesten, ausserhalb der EU Einbussen auf deren Märkten und bei deren Kooperationen zu kompensieren: Von den USA über Grossbritannien bis in den Fernen Osten. Vielleicht wird sie auch in Versuchung kommen, an der Seite von Grossbritannien, Ungarn und (wie soeben in Italien) neu gewählten nationalistischen Regierungen die EU schwächen, ein anderes Europa bilden zu wollen: Ein „Europa der Vaterländer“, wie das Leitbild hierfür beschönigend bezeichnet wird.

Aber in ein paar Jahren wird Zwischenbilanz zu ziehen, die Orientierung der Europapolitik zu prüfen, vielleicht neu auszurichten sein.  Europa mag dann ein Anderes sein als heute: Die EU mag geschwächt sein, einige Nationalstaaten mögen ungebunden eigene, vielleicht gemeinsame Wege gehen – aber auch dies ist nicht sicher. Wird das neue SVP-Mitglied des Bundesrates offen und konstruktiv an dieser Neuorientierung mitwirken – oder gebunden sein an die Anti-Europapolitik einer radikal nationalistischen, anti-integrativen Partei? Aber vielleicht verändert sich auch die SVP. In ihr besteht durchaus Spaltpotenzial: Es ist offen, ob es den Kräften um Roger Köppel über Jahre gelingen wird, ihren Kurs durchzusetzen. Auch dies hängt zum Teil vom neuen Mitglied dieser Partei im Bundesrat ab.

Link zum „Erosionsmonitor“ von Avenir Suisse.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

Beitrag teilen

PDF erstellen oder ausdrucken

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Kommentar abschicken

Ähnliche Artikel

Wettbewerb der Systeme: Putin, Xi, Orban und Konsorten lernen von Vorgängern.

Im 20. Jahrhundert gab es in westlichen Demokratien starke kommunistische Parteien. Die Sowjetunion und China fanden eine gewisse Resonanz mit ihrem Anspruch, der Kommunismus sei für „Arbeiter und Bauern“ erstrebenswert. Putin, Xi, Orban und Konsorten propagieren nun ihre autoritären, illiberalen Ordnungen. Es gibt Kräfte im Westen, die zur Partnerschaft mit ihnen bereit sind.

Weiterlesen »

Trump und die schweizerische Europapolitik

Magdalena Martullo-Blocher im Tages-Anzeiger (8.2.25): „Wir dürfen uns auf keinen Fall an die EU anhängen, deren Beziehungen zu den Republikanern sind sehr schlecht. Trump mag uns genau deshalb, weil wir nicht in der EU sind.“

Weiterlesen »