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Wenn Völker den Aufstieg brutaler Führer nicht verhindern

Wenn Israel den Gaza-Streifen angreift, droht der dort lebenden palästinensischen Zivilbevölkerung, durch die Hamas-Führung als menschlicher Schutzschild missbraucht zu werden. Den historischen Beispielen, was Völker erleiden, die den Aufstieg brutaler Führer nicht verhindern, würde dadurch ein weiteres hinzugefügt.

Als sich die Alliierten im Zweiten Weltkrieg gezwungen sahen, deutsche Städte zu bombardieren, war dies die Folge von Hitlers Angriffskrieg. Aber die Bomben töteten wahllos Nazis, Widerständige und Unpolitische, und Menschen jeden Alters. Hitler hatte in der Luftkriegskampagne „The Blitz“ britische Städte bombardieren lassen: „Von November 1940 bis Februar 1941 konzentrierten sich die Angriffe auf industrielle Zentren und Hafenstädte“: London, Edinburgh, Coventry, Liverpool und viele weitere (Link).

Auch die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki töteten nicht nur Verantwortliche für den aggressiven japanischen Militarismus, sondern wahllos.

Das brutale Vorgehen des serbischen Diktators Milosevics gegen Kosovo führte dazu, dass die NATO Belgrad bombardierte. (Link)

Das russische Volk opfert derzeit Hunderttausende junger Menschen dem Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine.

Immer wieder kam es vor, dass Völker den Aufstieg brutaler Führer zuliessen – teils weil sie ihn nicht verhindern WOLLTEN, teils weil sie dies nicht KONNTEN – und schwer unter den Folgen ihrer Politik zu leiden hatten. Und immer wieder wird es wohl leider vorkommen. Solche Fehlentwicklungen laufen gleitend ab. In einer frühen Phase könnten sie noch verhindert werden, aber der brutale Führer unterdrückt mehr und mehr die politischen Rechte der Bürgerinnen und Bürger. Entscheidend für Hitlers Machtergreifung war nicht nur die letzte freie Reichstagswahl am 5. März 1933 (Link), sondern das Verhalten des Reichspräsidenten Hindenburg und anderer Parteien, und die entmutigende Gewaltdrohung durch seine durch die Städte marschierenden braunen Kolonnen.

Dieser Teil der Geschichte ist dennoch eine Mahnung an die Völker: Tut das Möglichste gegen den Aufstieg brutaler Führer. Wehret den Anfängen! Tretet ihnen in den Weg, solange Ihr noch könnt! Unpolitisch zu leben heisst: Gefährlich zu leben.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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