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NZZ über Deutschland: Von Bashing zu Beschimpfung

„Kanzler Scholz verrät seine Politik“, „Affentheater“, Kindergarten“, „Schmierenkomödie“, „mutwillig angerichteter Scherbenhaufen“, „Kulissenschieber“:
Die seit vielen Jahren geübte Kritik der NZZ und ihres Chefredaktors an Deutschland, seiner Kanzlerin, seinem Kanzler, seiner Aussen- und Sicherheitspolitik ging am 28. Januar 2023* zu kruder Respektlosigkeit über.

Schade – wenn man sich die NZZ als Plattform hochstehender Auseinandersetzungen, auch mit Deutschen und unter Deutschen, über die heutige und künftige Rolle Deutschlands in Europa, über die Absichten, Möglichkeiten und Grenzen Putins und andere wichtige Fragen wünschen würde. Vielleicht wären kompetente oder gar Verantwortung tragende Gastautorinnen und Gastautoren zu gewinnen, die in der NZZ die deutsche Regierungspolitik vertreten würden. Aber wer mag in einer ausländischen Zeitung schreiben, die den eigenen Regierungschef beleidigt?

Aus der Sicht eines Mitgliedslandes der Europäischen Union könnte man sich sehr kritisch über die schweizerische Europa- und Neutralitätspolitik äussern. Auch viele Schweizerinnen und Schweizer stehen ihnen und ihren Verantwortlichen, dem Gesmatbundesrat und dem Aussenminister, kritisch gegenüber. Aber wenn sie in ausländischen Zeitungen beschimpft würden, würden wir dies kaum als Einladung zur Diskussion annehmen.

*  Eric Gujer: „Abschied von der Zeitenwende – Kanzler Scholz verrät seine Politik “ (Link)

Siehe auch:

PolitReflex „Deutschland muss…“ (Link)

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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