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Alzheimer und andere Demenzen – eine menschliche und gesundheitspolitische Herausforderung

Der 21. September ist Welt-Alzheimertag: Ein Tag der Sensibilisierung in allen Ländern, in denen es eine Organisationen für die Unterstützung und Interessenvertretung der Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen gibt.

Einen Überblick über die Aktionen von Kantonalsektionen von Alzheimer Schweiz zum Welt-Alzheimertag 2022 finden Sie hier: Link.

Eine Demenzdiagnose ist ein tiefer Einschnitt ins individuelle Leben, und auch ins partnerschaftliche und familiäre bei denen, die ein solches haben. Aber sie ist auch der Ausgangspunkt für all das Viele, das getan werden kann, um mit einer solchen Krankheit so gut wie möglich zu leben. Organisationen wie Alzheimer Schweiz und ihre Kantonalsektiuonen wissen und zeigen auf, wie weit die Spanne der Lebensqualität ist zwischen einer frühen, bestmöglichen Abklärung, Planung, Beratung und Unterstützung und einem spät erkannten, schwach oder gar nicht beeinflussten Krankheitsverlauf.

Eine Demenzkrankheit kann auch die Gesundheit und die soziale Sicherheit von Angehörigen gefährden, die unvermittelt vor einer grossen und wachsenden Betreuungsaufgabe stehen. Viele reduzieren ihr Arbeitspensum oder scheiden ganz aus dem Erwerbsarbeitsleben aus, mit allen sozialen Folgen, die dies hat.

Alzheimer und andere Demenzkrankheiten sind auch eine schwere Herausforderung an die Gesundheitspolitik. Menschen mit Demenz sind durch Pflegenotstand, Fachkräftemangel, Zeitmangel für die Pflege und Betreuung in Heimen und durch Spitex besonders betroffen, und ihr grosser und wachsender Pflege- und Betreuungsbedarf verstärkt diese Krisenentwicklung. Hohes Alter ist und bleibt leider das grösste Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Deshalb, und weil bisher alle Versuche, ein Medikament für Stopp und Heilung der Alzheimerkrankheit gescheitert sind, wird die Zahl der direkt und indirekt Betroffenen weiter wachsen. Leider hat es der Ständerat soeben mit 22 zu 21 Stimmen abgelehnt, die Finanzierung guter Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz zu erleichtern (Link). Aber ungenügende Pflege und Betreuung bewirkt schlechteren Krankheitsverlauf – und dadurch oft höhere Folgekosten. Hier zu sparen, ist deshalb nicht einmal finanzpolitisch vernünftig.

Zur Information über Demenz und das Leben mit ihr sei dieser „Beobachter“-Ratgeber empfohlen, verfasst von Dr. phil. Stefanie Becker, Direktorin von Alzheimer Schweiz: Link.

„Interessendeklaration“: Ich war Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz und bin Präsident des Stiftungsrats der „Alois & Auguste“-Stiftung, einer durch Alzheimer Schweiz gegründeten, unabhängigen Stiftung zur Förderung lebensnaher, kooperativer Projekte für ein besseres Leben mit Demenz.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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