Sie befinden sich hier:

Der Präsident der ETH Zürich zur Beratung der Politik durch die Wissenschaft

„Wissenschaftskommunikation – wichtiger denn je für die Demokratie“ war ein PolitReflex vom 2. Oktober 2019 überschrieben. Der Physiker Joël Mesot, Präsident der ETH Zürich, hat nun im „Magazin“ des „SonntagsBlick“ vom 3. November 2019 über Beratung der Politik durch die Wissenschaft informiert.

Link zu Joël Mesot: „Wenn die Wissenschaft die Politik berät“.

Auszug:

„(…) Die Formen der Politikberatung sind vielfältig; Anhörungen in einer parlamentarischen Kommission gehören ebenso dazu wie Studien oder Dialogplattformen wie zum Beispiel das Forum «ProClim».

1988 von der Akademie der Naturwissenschaften ins Leben gerufen, organisiert das Forum Veranstaltungen, publiziert Berichte und unterhält eine umfassende Datenbank mit Fachleuten zu den Themen Klima, Umwelt und Energie. Politikberatung liefert Grundlagen zur Entscheidungsfindung. Sie kann helfen, Politik effizienter zu machen.

So arbeiten ETH-Politikwissenschaftler etwa mit dem Staatssekretariat für Migration zusammen, um die Zuteilung von Asylsuchenden auf die Kantone zu optimieren. In einer ersten Studie haben die Forschenden zeigen können, dass ihre auf maschinellem Lernen beruhende Methode die Jobchancen für Asylsuchende um 30 Prozent erhöht. (…)

So unverzichtbar der Dialog zwischen Wissenschaft und Politik auf Augenhöhe auch ist, so gilt es, Unterschiede zwischen beiden Welten anzuerkennen. (…) Politikberatung muss Fakten, deren Interpretation und mögliche Handlungsoptionen voneinander trennen sowie ihre Annahmen transparent machen. Zentral ist, dass die Wissenschaft durch keine Denkverbote eingeengt wird und in ihrer Rolle als Beraterin unabhängig bleibt. (…)“

Link zu PolitReflex „Wissenschaftskommunikation – wichtiger denn je für die Demokratie“.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

Beitrag teilen

PDF erstellen oder ausdrucken

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Kommentar abschicken

Ähnliche Artikel

Schweizer Luftraum – warum nicht einfach durch fremde Kampfflugzeuge überfliegen lassen?

NZZ-Redaktor Georg Häsler Sansano beschreibt Szenarien, die zeigen, dass Konfliktparteien bei durchaus vorstellbaren Eskalationen aktueller Konflikte interessiert sein können, den Schweizer Luftraum zu überfliegen und somit als eigenen Operationsraum zu missbrauchen*. Wer gegen die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge ist, mag einwenden: Warum nicht einfach überfliegen lassen, zufrieden sein, wenn sie wieder raus sind – und eine diplomatische Protestnote abschicken? Die Schweiz würde damit riskieren, dass Konfliktparteien im schweizerischen Luftraum um die Hoheit über diesen kämpfen würden.

Weiterlesen »

Verteidigungspolitik: General Henri Guisan – Niedergang eines Vorbilds?

Ein „Weltwoche“-Publizist und ehemaliger SVP-Nationalrat beklagt, dass General Henri Guisan kein Vorbild „unserer Politiker“ mehr sei. Aber wenn die Sicherheitspolitik erkennt, dass die Schweiz ab Landesgrenze gegen eine Grossmachtsarmee nur mit Unterstützung einer befreundeten Macht verteidigt werden kann, begibt sie sich auf Guisans Spuren. Vom Vorbild Guisan abgewandt haben sich jene, die sich Guisans Einsicht verweigern.

Weiterlesen »