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Konservative leisten wissenschaftlichen Erkenntnissen immer mehr Widerstand.

Von der Anhängerschaft der SVP will sich „mehr als die Hälfte nicht impfen lassen“, hat eine Sotomo-Umfrage ergeben. „Bei der Basis der Grünen ist zwar ebenfalls Skepsis vorhanden. Mit 15 Prozent ist der Anteil jener, die sich nicht impfen wollen, jedoch deutlich kleiner als die 51 Prozent der Impfgegner bei der SVP.“ Untersuchungsleiter Michael Hermann stellt einen „ideologischen Impfgraben“ fest.

Es sind dieselben Teile der Bevölkerung, die sich auch vor wissenschaftlichen Erkenntnissen über den Klimawandel verschliessen: Dieselben, die das CO-2-Gesetz verworfen haben. Wobei ihnen der Erfolg verwehrt geblieben wäre, wenn nicht auch radikale Klima-Aktivistinnen und -Aktivisten Nein gestimmt hätten, und wenn die Klima-Jugend sich selber und Andere stärker mobilisiert hätte.

Es ist noch nicht lange her, da richtete sich konservative Ablehnung vor allem gegen Geistes- und Sozialwissenschaften. Man zog Fachrichtungen vor, deren Nutzen für Wirtschaft und Wohlstand man besser erkannte – die MINT-Disziplinen: Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften.

Nun aber sind Naturwissenschaften und Medizin in diesen Kreisen in Ungnade gefallen. Das begann mit den Waldschäden durch sauren Regen und Borkenkäfer und hat sich nun auf Klima, Pandemie und Impfung ausgeweitet. Dazu hat beigetragen, dass es auch in exakten Wissenschaften immer Minderheiten gibt, auf die sich berufen kann, wer die Konsequenzen aus den Erkenntnissen der Mehrheit einer Fachrichtung nicht ziehen will.

Wir bezahlen unsere Forschungsinstitute, Universitäten und Fachhochschulen, damit sie Nutzen stiften, und das tun sie auch. Wie kann das Vertrauen wieder aufgebaut werden, das sie in Teilen unserer Bevölkerung offenbar verloren haben, auch unter dem Einfluss populistischer Propaganda?

Die Brücken zwischen Wissenschaft und Bevölkerung müssen gestärkt werden. Ein gutes Beispiel geben die Akademien der Wissenschaften Schweiz: Sie haben eine Expertengruppe eingesetzt, die Vorschläge für ein Wiedererstarken des durch den Medienwandel geschwächten Wissenschaftsjournalismus machen wird.

Link zum SRF-Bericht über die Untersuchung von Sotomo.

Link zu Akademien der Wissenschaften Schweiz: „Wissenschaftskommunikation“.

Link zu Schweizer Klub für Wissenschaftsjournalismus.

Link zu PolitReflex: „Liegt die Wissenschaftskommunikation im Argen?“

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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