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Bundesrat wertet internationale Wissenschaftsbeziehungen auf.

Wenn das Institutionelle Rahmenabkommen mit der EU scheitert, muss die Schweiz mit Nachteilen für die Zusammenarbeit in Forschung und Hochschulbildung rechnen. Es ist deshalb verständlich, dass der Bundesrat die internationalen Wissenschaftsbeziehungen aufwertet: Er hat soeben einen Botschafterposten für Wissenschaftsdiplomatie geschaffen, mit Sitz in „Genève Internationale“, und mit Alexandre Fasel besetzt – dem Mann, den Viele als neuen Botschafter bei der EU erwartet hatten*.

Wissenschaftsdiplomatie wird erstens versuchen müssen, die EU zur Weiterführung wenigstens eines Teils der Zusammenarbeitsbeziehungen mit der Schweiz zu bewegen. Die EU wird sich in einem Zwiespalt befinden: Einerseits wird die Schweiz als Partnerin vor allem in der Forschung geschätzt, anderseits steht die Kommission unter Druck, auf ihren Bedingungen für den Zutritt zu europäischen Märkten und Kooperationen zu insistieren.

Zweitens wird die Wissenschaftsdiplomatie sich um die Stärkung von Kooperationen abseits der EU bemühen müssen. Im Vordergrund stehen Grossbritannien und die USA. Die SVP spielt dazu Begleitmusik: Die Universitäten Europas seien sowie schlechter als die britischen und die US-amerikanischen. Die schweizerischen Universitäten und Fachhochschulen sehen dies differenzierter. Sie schätzen und pflegen die Zusammenarbeit mit hervorragenden kontinentaleuropäischen Universitäten. Seit Jahren setzen sie sich deshalb dafür ein, die bilateralen Beziehungen zur EU intakt zu halten.

Link zur Mitteilung des EDA.

*  NZZ 18.2.2021: „Für den wichtigen Posten in Brüssel ernannte der Bundesrat nicht den altgedienten Diplomaten Alexandre Fasel, den bisherigen Botschafter in London, sondern Rita Adam. Fasel galt als Favorit, sollte aber stattdessen nach Kairo, obwohl dies nicht sein Wunschposten war. Für den Freiburger, der viel multilaterale Erfahrung mitbringt, hat das EDA nun eine Lösung gefunden. Es schafft für ihn den Posten des Sonderbeauftragten für die «Science Diplomacy», die sogenannte Wissenschaftsdiplomatie, in Genf.“ (Link)

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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