„Böcklis Werk steht in der Tradition Wilhelm Buschs“, lesen wir im Historischen Lexikon der Schweiz (Link zum Artikel des Historikers Thomas Fuchs): „Das Markenzeichen seiner mit „Bö“ signierten Karikaturen war die Verbindung von Bild (meist als Linearzeichnung) und satirischem Text im von ihm erfundenen allemand fédéral, einer Vermischung von Dialekt und Hochsprache. Politisches Gewicht erhielten sie besonders in den 1930er Jahren und während des Zweiten Weltkriegs; als Pionier des geistigen Widerstands focht Böckli so seinen persönlichen Kampf gegen totalitäre Ideologien. Sein Schaffen wurde deshalb oft auf diesen Kampf gegen braune und rote Fäuste reduziert. Zu Unrecht, denn Böckli war ein steter Kämpfer gegen Opportunismus, ein umfassender Zeitkritiker mit untrüglichem Urteil. Sein Lieblingsthema war die Reaktion des Schweizers auf drängende Zeitfragen.“
Markus Somm, der als neuer Chefredaktor den „Nebelspalters“ zu einem nationalkonservativen Satireblatt machen wird, und sein Verwaltungspräsident Konrad Hummler werden ihren europapolitischen Kampf als Wahrung von Bö’s politischem Erbe adeln wollen. Die EU wird ja wahlweise als Neuauflage des Dritten Reichs oder der Sowjetunion diffamiert, Letzteres aktuell durch ungarische Autoritäre.
Wie auch immer: Ein Besuch des Bö-Archivs im Museum Heiden (AR) und ein Blick in seine Webseiten (Link) sei herzlich empfohlen!