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Schweizer Luftraum – warum nicht einfach durch fremde Kampfflugzeuge überfliegen lassen?

NZZ-Redaktor Georg Häsler Sansano beschreibt Szenarien, die zeigen, dass Konfliktparteien bei durchaus vorstellbaren Eskalationen aktueller Konflikte interessiert sein können, den Schweizer Luftraum zu überfliegen und somit als eigenen Operationsraum zu missbrauchen*. Wer gegen die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge ist, mag einwenden: Warum nicht einfach überfliegen lassen, zufrieden sein, wenn sie wieder raus sind – und eine diplomatische Protestnote abschicken? Die Schweiz würde damit riskieren, dass Konfliktparteien im schweizerischen Luftraum um die Hoheit über diesen kämpfen würden.

Ein militärisch neutraler Staat, der will, dass Konfliktparteien seine Neutralität respektieren, muss dafür sorgen, dass keine Konfliktpartei sein Territorium oder seinen Luftraum nutzen kann. Das kann einem neutralen Kleinstaat nicht immer gelingen, und er greift vielleicht auch nicht immer konsequent ein. Immerhin kam es während dem Zweiten Weltkrieg zu Kämpfen zwischen schweizerischen und deutschen Kampflugzeugen (Link zu SRF-Bericht).

Operiert eine Konfliktpartei im schweizerischen Luftraum, sieht sich die gegnerische militärisch gezwungen und neutralitätsrechtlich frei, dem entgegenzutreten, auch über der Schweiz. In ein daraus resultierenden Gefechten abgeschossene Kampfflugzeuge können dann auf schweizerisches Territorium stürzen.

Welches Risiko zieht die Schweiz vor: Die Folgen einer Aufgabe ihrer militärischen Neutralität im Luftraum? Dessen Überlassung an Konfliktparteien, sodass der schweizerische Luftraum zum Kriegsgebiet werden kann? Oder das Risiko, dass eine modernisierte schweizerische Luftwaffe aufsteigt, um die Neutralität der Schweiz zu schützen?

*  Link zum Szenarien-Artikel.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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