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Nein zu Blochers Réduit-Initiative – General Guisans Réduit ist nicht mehr zeitgemäss

Roger Köppel in der „Weltwoche“ vom 13.8.26: „Erstens war Guisans Réduit erfolgreich und bezweckte, Unabhängigkeit und Neutralität der Schweiz zu schützen.“
Hierzu drei Bemerkungen.

1. Blicken wir mit Respekt, aber auch mit Realismus auf die Réduit-Strategie und auf die Soldaten, die im Alpenréduit ihren Aktivdienst leisteten. Der Rückzug des Gros der Armee in den Alpenraum war nötig geworden, nachdem die vorbereitete gemeinsame Verteidigung gegen einen deutschen Angriff infolge der Kapitulation der französischen Armee unmöglich geworden war. General und Bundesrat wussten, dass eine chancenlose Alleinverteidigung ab Landesgrenze für den Kleinstaat nicht zu verantworten war.

2. Das Réduit wurde bezogen im Wissen, dass die Zivilbevölkerung ausserhalb des Réduits im Falle eines Einmarsches der Wehrmacht und der SS deren Willkür und Brutalität ausgesetzt wäre. Aus militärischen Gründen hätte man dieser Zivilbevölkerung die Flucht ins Alpenréduit verboten. Wie es sich auf die Moral der Soldaten im Réduit ausgewirkt hätte, zu wissen, dass ihre Angehörigen dem Nazi-Terror ausgesetzt seien, muss man sich vorstellen. Und das wäre in einem Réduit des 21. Jahrhunderts nicht anders.

3. Im 21. Jahrhundert hätte eine feindliche Streitmacht viel stärkere Mittel als damals – Raketen, Drohnen, Cyberwar -, um gegen die Truppen im Réduit vorzugehen, in den Alpenraum vorzustossen und die ganze Schweiz zu besetzen.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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