Sie befinden sich hier:

Putins Propagandastrategie: Kriegsangst und Verteilungskämpfe schüren

Putin will Russlands Grenzen an diejenigen der früheren Sowjetunion ausdehnen, seine politischen und militärischen Einfluss auf die Staaten des früheren Warschauer Pakts. Aber er ist interessiert an möglichst unversehrten Opfern, an denen Russland sich bereichern kann.

Deshalb verfolgt Putin das Ziel, durch Propaganda den Widerstandswillen der europäischen Demokratien zu brechen. Hierfür schürt er einerseits Kriegsangst, anderseits die Verteilungskämpfe, welche in Demokratien wahrscheinlich sind, wenn es notwendig wird, Mittel des Staatshaushalts von zivilen Staatsaufgaben zu militärischen überzuführen.

Die Kriegsangst schürt er mehr und mehr durch aggressive Akte wie das Eindringen von Drohnen und Kampfflugzeugen, Cyber- und andere Sabotage. Die demokratischen Völker sollen den Eindruck gewinnen, ihre Regierungen könnten sie nicht davor schützen. So kann Putin Ultimaten vorbereiten. Allerdings würde leider nicht überraschen, wenn er – trotz seinem Interesse, die russische Herrschaft auf intakte Territorien auszudehnen, die er künftig für Russland arbeiten lassen kann – die Kriegsangst irgendwann auch durch einen begrenzten Militärschlag gegen ein Ziel in einem Nato-Land steigern würde.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

Beitrag teilen

PDF erstellen oder ausdrucken

1 Kommentar

  1. Oder es wäre für Putin wesentlich risikoloser, mit Kalibr Marschflugkörpern von einem U- Boot im Mittelmeer den Stern von Laufenburg, das Swift Center in Diessenhofen, oder den SwissGrid Knoten in Lavorgo anzugreifen. Kein Art. 5 der Nato, Ziele nicht geschützt und Mittel vor Ort!

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

Kommentar abschicken

Ähnliche Artikel

Fall Nawalnyj: Interessiert Putin die Entwicklung des Ansehens seiner Herrschaft in Europa noch?

„Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert.“ Die deutsche Bundesregierung fordert, unterstützt durch EU und NATO, von Russland die Aufklärung des Giftanschlags auf Alexej Nawalnyj. Die Reaktion darauf wird zeigen, welches Interesse noch daran hat, wie sich das Ansehen seiner Herrschaft in Europa entwickelt. – Russland ist Mitglied des Europarates. Dieser könnte versuchen, mit Russland und Deutschland eine beidseits als unabhängig akzeptierbare Untersuchung auszuhandeln.

Weiterlesen »

Universitäten und Europapolitik: Klare Haltung – grosser Informationsbedarf

Swissuniversities, die Dachorganisation der Schweizer Hochschulen, spricht sich klar für das Vertragspaket für die Stabilisierung und Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen zur EU aus. Reflexartig wenden die Gegner ein: Ihr Universitäten und Hochschulen, wendet euch den USA und Asien zu! Die EU sei ein sinkendes Schiff. – Deshalb müssen unsere Universitäten und Fachhochschulen die Zeit bis zur Volksabstimmung nutzen, um anschaulich über den Wert ihrer Kooperationen mit europäischen Forschungsinstituten zu informieren.

Weiterlesen »

Was tun, wenn das Rahmenabkommen scheitert?

Nach verbreiteter Erwartung wird der Bundesrat das Rahmenabkommen mit der Europäischen Union scheitern lassen. Ob er einen Plan B hat, und wie die EU auf einen solchen reagieren wird, ist offen. Der blosse Wunsch, zu verhindern, dass der Zugang zu den europäischen Märkten und Kooperationen erschwert wird, ist jedenfalls noch kein Plan B.

Weiterlesen »