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Corona-Krise: Bewährungsprobe für Staat und Privat

In guten Zeiten wird gern «Privat» gegen «Staat» ausgespielt – obwohl oder weil die Schweiz und viele andere europäische Demokratien mit ihren Ausprägungen der Gemischtwirtschaft recht gut gefahren sind. Eine Krise wie diejenige, die der Corona-Virus ausgelöst hat, lässt solches Ausspielen als absurd erscheinen. Denn Staat und Privat stehen in einer Bewährungsprobe – gemeinsam und je für sich.

Die Massnahmen die Bund und Kantone getroffen haben, wurden mit weitgehender Zustimmung aufgenommen. Die Bewährungsprobe ist damit natürlich noch längst nicht bestanden. Wenn Kritik geübt wurde, dann mit Forderungen nach härteren Massnahmen.

Sogar der Leiter der Inlandredaktion der NZZ, Michael Schoenenberger, anerkennt: „Der Bundesrat beweist in der Krise Führungsstärke. Die Massnahmen, die er beschlossen hat, sind einschneidend, aber richtig. Jetzt muss die Bevölkerung ihr Verhalten anpassen, um die Verletzlichsten zu schützen. Nur so werden die Kapazitäten des Gesundheitswesens genügen.“ (Link zum Artikel.)

In der Bewährungsprobe für «Privat» steht nicht nur die unternehmerische Wirtschaft, sondern stehen auch die Individuen, Familien und privaten Gruppen.

Die unternehmerische Wirtschaft will unter stark einschränkenden Voraussetzungen ihre Produktion und ihre Dienstleistungen in einem reduzierten, doch möglichst hohem Masse erbringen. Der Staat schickt sich an, sie hierbei kräftig zu unterstützen. Wie selbstverständlich steht auch das Instrument der Kurzarbeit zur Verfügung.

Individuen, Familien und privaten Gruppen beginnen neuartige solidarische Leistungen zu erbringen. Ein Beispiel, das mir spontan einfällt: Kinder zu beschäftigen, wenn sie nicht mehr zur Schule gehen, Vater und Mutter aber erwerbstätig sind, sei es im Betrieb oder im Home Office.

Ich teile die Hoffnung, dass unsere Gesellschaft gestärkt aus dieser Krise hervorgeht.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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