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Gegen den Trend: Ermutigende Ehrung einer Literaturkritikerin

Die Universität St. Gallen ernannte am Dies Academicus 2025 die Literaturkritikerin Sieglinde Geisel zur Ehrendoktorin der Sozialwissenschaften: Ein ermutigender Akt einer Universität, die Kernkompetenzen in Wirtschafts- und Managementswissenschaft hat, gegen den Trend, Kultur und Kulturjournalismus herabzustufen und sie auch finanziell zu schwächen.

Text der Ernennungsurkunde: „Die Universität St. Gallen würdigt hiermit ihr Engagement als intellektuelle Zeitgenossin und als gewichtige Stimme in der deutschsprachigen Gegenwartskultur.“

Laudatio, gehalten von Florian Wettstein, Professor für Wirtschaftsethik an der Universität St Gallen:

„Sieglinde Geisel ist eine Kulturwissenschaftlerin und vielbeachtete Literaturkritikerin mit einem hohen unternehmerischen Engagement, starker öffentlicher Ausstrahlungskraft und breitem gesellschaftlichen Impact.

Sie studierte an der Universität Zürich Germanistik und Theologie. 1994 zog sie für fünf Jahre als Kulturkorrespondentin der NZZ nach New York. Seit 1999 lebt sie als Journalistin, Autorin, Lektorin, Literaturvermittlerin und Schreib-Coach in Berlin. Sie ist die Verfasserin von zwei Sachbüchern. Ausserdem hat sie mit hoher Sachkompetenz eine elegant konzipierte Biographie unserer Universität verfasst. Man kennt Sieglinde Geisel insbesondere aus prominenten Formaten in Radio und Fernsehen und durch ihre weitherum beachteten Rezensionen und Artikel in den deutschsprachigen Leitmedien.

Wir ehren mit Sieglinde Geisel eine hellwache und kluge Stimme in der deutschsprachigen Gegenwartskultur. Die School of Humanities and Social Sciences zeichnet Sieglinde Geisel für ihr Engagement als intellektuelle Zeitgenossin und als Kulturunternehmerin mit einem Doktorat der Sozialwissenschaften ehrenhalber aus.“

Persönlich sowie als Präsident von ch-intercultur, Verein für Kulturkritik, gratuliere ich Sieglinde Geisel herzlich zu dieser wohlverdienten Ehrung.

Link zu Sieglinde Geisels Homepage. Link zu ihrem „tell – Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft“.

*

PolitReflex befasste sich wiederholt mit der Krise des Kulturjournalismus, zum Beispiel hier, mit weiterführenden Links:

„Das Schweizer Kulturschaffen verliert seine Resonanz“.

Als Präsident von ch-intercultur, Verein für Kulturkritik, setzt sich der Redaktor von PolitReflex für das kulturjournalistische Pilotprojekt „CÜLTÜR“ ein. Siehe hierzu auch diesen Politreflex: „CÜLTÜR – neues Medium für den Kulturraum Schweiz“.

 

 

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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