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Musk und der Antiamerikanismus der AfD

Ausgerechnet Elon Musks AfD-Propaganda veranlasst Marc Felix Serrao, Chefredaktor der Deutschland-Redaktion der NZZ, von der Verharmlosung der AfD abzukommen: Am 4.1.25 hält er Musk den Antiamerikanismus der AfD vor Augen.

Die Schmähung Bundespräsident Frank Walter Steinmeiers als «Tyrann» sei „so daneben wie Musks Glorifizierung der AfD“ schreibt Marc Felix Serrao: „Einer Partei, von der er sich offenkundig ein bis zur Unkenntlichkeit weichgezeichnetes Bild als angeblich liberale und marktwirtschaftliche Kraft hat aufschwatzen lassen. Vom verbreiteten Antiamerikanismus in der Partei scheint der enge Berater des künftigen amerikanischen Präsidenten noch nichts mitbekommen zu haben.

Vielleicht fragt Musk die von ihm so geschätzte AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel mal, ob jene E-Mail, in der die deutsche Regierung 2013 als «Schweine» und «Marionetten der Siegermächte des 2. WK» beschimpft wird, nun eigentlich von ihr stamme oder nicht; viele Indizien deuten darauf hin, und nach einem ersten Dementi wollte Frau Weidel zuletzt lieber nichts mehr zu der Sache sagen. Oder er veranstaltet auf X ein Live-Gespräch mit dem thüringischen AfD-Chef Björn Höcke. Der hat den USA mal unterstellt, islamische Länder zu destabilisieren, um eine muslimische Massenmigration auszulösen, die dann in Europa gesellschaftliche Konflikte schürt.“

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In PolitReflex wurde bereits festgestellt, dass deutsche Rechtsextreme den USA nicht verzeihen können, massgeblich zur militärischen Niederlage Adolf Hitlers beigetragen zu haben: „Was bedeutete Hitlers Kriegsniederlage für das deutsche Volk?“ (Link)

Aus dieser Sicht wird durchaus nachvollziehbar, dass Trump und Musk einerseits, die AfD anderseits, zu einer Partnerschaft finden können. Die AfD kann von der neuen Administration erhoffen, dass sie ihre Präsenz in Europa, vor allem die verhasste Militärpräsenz, abbaut. Wenn Trump bereit ist, sich mit Putin über eine Wiedererweiterung der  russischen Einflusszone zu verständigen, vielleicht bis zur Grössenordnung des durch die Sowjetunion beherrscht gewesenen Warschauer Pakts, entspricht dies der Russland- und Putin-freundlichen Grundhaltung der AfD. Die AfD will ein anderes Europa: Ein Europa ohne EU, geprägt und geführt durch autoritäre. gesellschaftspolitisch konservative Führer wie Putin und Orban, umgeben von superreichen Oligarchen. Wie die AfD, so wollen auch Trump und Musk den Niedergang der EU.

Mehr dazu:

„Trump will russlandfreundliche Regierungen in Europa“ (Link)

„Als Churchill die USA um militärische Unterstützung gegen Hitler bat“ (Link)

„Polen Fürsprecher des demokratischen Europas bei Trump?“ (Link)

 

 

 

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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