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Erstarken der SVP stellt FDP und Mittepartei vor Grundsatzentscheid und viele Einzelentscheide

Schweiz in Europa: Nach dem neusten Wahlbarometer ist der Anteil der SVP mit etwas mehr als 29 % ähnlich wie in Österreich von Kickls FPÖ, etwas schwächer als in Frankreich von Le Pens Rassemblement National, etwas schwächer als in Thüringen der AfD, etwas stärker als der Fratelli d’Italia. Was bedeutet dies für FDP-Liberale und Mittepartei?

Im Grundsatz müsste für die Führungen und die Mitglieder von FDP-Liberalen und Mittepartei klar sein: Diese Parteien müssen eine eigene, erkennbare Identität bewahren. Identitätsverlust durch Angleichung an die SVP bedeutet allmählichen Verlust der Existenzberechtigung – und konkret den Verlust eines Teils der Mitgliedschaft und von Wählerinnen und Wähler. Wenn diese nicht zu einer anderen Partei abwandern, dann in die Wahlabstinenz, die politische Heimatlosigkeit.

Schwieriger sind die vielen Einzelentscheidungen, die FDP-Liberale und Mittepartei werden fällen müssen. Sie haben es in der Hand, SVP-Forderungen in den Parlamenten zum Durchbruch zu verhelfen. Wann tun sie es, wann nicht? Welche Gegenleistungen verlangen sie von der SVP? Ein Masshalten der SVP in ihrer Doppelrolle als Regierungs- und Oppositionspartei?

Wann verlangen die Partei- und Fraktionsführungen geschlossenes Abstimmen, wann akzeptieren sie abweichende Stimmabgaben?

Aus den Einzelentscheidungen entsteht aber das Gesamtbild der Identität. Die Identität, die eine Partei hochhalten will, muss aus den Einzelentscheidungen erkennbar werden.

Wahlbarometer:

Link zum NZZ-Bericht.

Link zum Bericht des Tages-Anzeigers.

 

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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