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Israel muss die Hamas unschädlich machen

Seit der Attacke der Hamas vom 7. Oktober ist ein Gegenschlag Israels zu erwarten, der die Terrororganisation auf Dauer unschädlich macht. Dass die Bodenoffensive noch nicht begann, deutet darauf hin, dass Israel strategisch und politisch wohlüberlegt und militärisch gut vorbereitet vorgehen will.

Wie schwierig es ist, einen Feind, der sich mit Tunnelsystemen vorbereitet hat, in Städten und Dörfern, im Häuserkampf zu bekämpfen, zugleich die Geiseln möglichst wenig zu gefährden und wenn möglich zu befreien, wurde in Kommentaren und Hintergrundartikeln einlässlich dargelegt (siehe zum Beispiel FAZ: „Israels schwierigste Mission“ Link). Zudem muss Israel seine Kräfte so disponieren, dass es der Eröffnung einer zweiten Front durch Hisbollah und Iran gewachsen wäre.

Dazu kommt die völkerrechtliche Verpflichtung und das politische Interesse, die Zivilbevölkerung möglichst zu verschonen. Was in dieser Hinsicht auf dem Spiel steht, zeigen die Protestaufwallungen in islamischen Ländern und in Ländern mit zahlreichen muslimischen Eingewanderten nach den katastrophalen Folgen einer Raketenexplosion bei einem Spital in Gaza. Dass eine Verantwortlichkeit Israels hierfür höchst unwahrscheinlich ist, kümmert die Protestierenden nicht. Wenn ein Feindbild eine gewisse Intensität erreicht hat, traut man diesem Feind spontan alles zu, auch ohne Nachweis und ohne Plausibilität. Politische Folgen sind die Abwendung arabischer Regierungen von Entspannungsbemühungen, allenfalls sogar ein Rückgang der Solidarität in westlichen Demokratien.

Es ist tragisch, dass den Friedensbemühungen, die es in Israel während Jahrzehnten gab, aus Gründen, die auf beiden Konfliktseiten lagen, kein nachhaltiger Erfolg beschieden war. Als Wendepunkt erscheint die Ermordung Yitzhak Rabins , der als siegreicher Generalstabschef im Sechstagekrieg und späterer Ministerpräsident die Vereinbarkeit von Sicherheits- und Friedenswillen verkörpert hatte.

Aber jetzt ist nicht der Moment für zeitgeschichtliche Reflexionen. Der Wille Israels, einen Feind unschädlich zu machen, der mit brutalsten Mitteln Israels Vernichtung anstrebt, ist ohne Wenn und Aber zu unterstützen.

Mehr dazu:

„Wenn Völker den Aufstieg brutaler Führer nicht verhindern“ (Link)

„Gegenüber Terroristen und Islamisten gibt es keine Neutralität“ (Link)

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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