Der Beitrag ist eine von acht Kurzbeschreibungen radikaler Rechtsparteien in Ungarn, Frankreich, Italien, Finnland, Polen, den Niederlanden, Österreich und eben der Schweiz.
Auszug:
„(…) Als Vorreiter des Rechtspopulismus in Europa wird die SVP von anderen rechten Parteien bewundert und nachgeahmt. (…) Die SVP stellt zwei der sieben Mitglieder der Mehrparteienregierung in Bern. Dieser Erfolg lässt insbesondere die AfD immer wieder sehnsuchtsvoll in die Schweiz blicken. „Die Schweiz ist eines unserer Vorbilder“, sagte Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender der AfD in Thüringen, der Schweizer Zeitung „Blick“. Alice Weidel, Ko-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, gab zu Protokoll, dass die SVP bei der Gründung der AfD als Vorlage gedient habe: „Ich habe 2015 das Leitprogramm der SVP genommen und gesagt: Hier – das ist eigentlich das, wo wir hinwollen“, sagte Weidel jüngst in der SRF-Sendung „Rundschau“. (…).
Weidel hat (…) nach eigenem Bekunden „regen Austausch mit verschiedenen SVP-Politikern“. Sie besucht regelmäßig die Albisgüetli-Tagung, den traditionellen Parteitag der SVP im Kanton Zürich, und ist gern gesehener Gast auf den Sommerfesten der rechten Zeitschrift „Weltwoche“. Deren Verleger Roger Köppel, der bis Herbst vergangenen Jahres für die SVP im Parlament saß, pflegt enge Kontakte zu Weidel. Andere Protagonisten der Partei halten sich indes auffallend zurück, wenn es um Verbindungen zur AfD geht. Damit folgen sie der Linie ihres Doyens Christoph Blocher. (Foto) „Ich habe in der SVP immer alle Versuche unterbunden, eine Liaison mit einer deutschen oder anderen ausländischen Partei einzugehen“, sagte Blocher der „NZZ“ und fügte hinzu: „Wir sind keine ideologische, sondern eine pragmatische Partei.“ (…)
Weil rechts von ihr keine Kraft in der Schweiz emporklettern soll, vermeidet sie es aber zugleich, sich im eigenen Land klar von Rechtsextremen abzugrenzen. Im Kanton Aargau solidarisierte sich kürzlich die Junge SVP offen mit der rechtsradikalen Organisation Junge Tat, die den Rechtsextremisten Martin Sellner Mitte März zu einem Vortrag eingeladen hatte, der aber von der Polizei unterbunden worden war. Wenig später kam heraus, dass die Strategiechefin der JSVP im Mai 2023 an einem Treffen mit Sellner teilgenommen hatte, in dem es um „Remigration“ ging. Von der Mutterpartei kam dazu kein strafendes Wort, nur: kein Kommentar.“