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Als in Zürich für Pablo Casals Fonds für Opfer des spanischen Bürgerkriegs konzertiert wurde

Der spanische Bürgerkrieg (1936-1939) endete mit dem Sieg der durch Italien und Deutschland militärisch unterstützten Faschisten, geführt durch General Francisco Franco, danach Spaniens Diktator bis 1975. Die soeben erschienene Doppelbiografie „Roshardt und Roshardt, Zwei Leben für die Kunst“ ruft in Erinnerung, dass republikanische Spanienkämpfer auch aus Zürich auf breiter politischer Basis Unterstützung erhielten.

„Roshardt und Roshardt“ von Adrian Knoepfli, erschienen im Hier und Jetzt Verlag für Kultur und Geschichte (Zürich, Link), ist auch von grossem zeitgeschichtlichem Interesse, indem es die ideelle  und politische Entwicklung des Künstlerpaares von der Zwischenkriegs- bis in die Nachkriegszeit verfolgt.

Eine Episode sei hier herausgegriffen. Walter Roshardt unterstützte mit seinen Werken die republikanischen Spanienkämpfer. Nach dem Sieg der Faschisten, geführt durch den nachmaligen Diktator General Franco und militärisch unterstützt durch Nazi-Deutschland und das faschistische Italien, gerieten geflohene republikanische Kämpfer und Kämpferinnen in Not. Der berühmte spanische Cellist Pablo (Pau) Casals, 1939 ebenfalls nach Frankreich emigriert, gründete einen Fonds zu deren Unterstützung. Dieser wurde in Zürich auf breiter politischer Basis unterstützt. 1956 fand in Zürich im Beisein Casals‘ ein Konzert anlässlich seines 80. Geburtstags statt, dessen Ertrag seinem Fonds zukam.

Auszug aus der vom Zürcher Historiker Adrian Knoepfli erarbeiteten und verfassten Doppelbiografie (S. 217):

„Casals besass über das linke Lager hinaus grosse Sympathien. Hermann Hesse liess (den Musiker Georges) Scherrer wissen, er sei ‚damit einverstanden, dass Sie meinen Namen unter den Mit-Unterzeichnern Ihres Aufrufs aufführen (zugunsten der durch Casals protegierten spanischen Antifaschisten)“. Ebenso stellte Thomas Mann 1954 seinen Namen ‚mit Freuden‘ zur Verfügung. Zur Unterstützung wurde die ‚Vereinigung der Freunde Pablo Casals‘ gegründet“.

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In diesem Zusammenhang sei auf die Erinnerungen des Schweizer Spanien-Kämpfers Hans Hutter unter dem Titel „Spanien im Herzen“ erinnert. Sie zeigen auf, dass die republikanischen Seite durchaus nicht durchweg kommunistisch war. Ein Teil der Spanienkämpfer, so auch Hutter, waren demokratisch gesinnt und widersetzten sich den Parteifunktionären, welche Stalin einschleuste. Im Bewusstsein um diese Tatsache standen nur Teile des Schweizer Bürgertums ideell auf der Seite der Faschisten. Schweizer Franco-Sympathisanten sympathisierten wohl auch mit dem Nationalsozialismus und dem italienischen Faschismus. Das schweizerische Recht verbietet fremde Kriegsdienste, und die schweizerischen Spanienkämpfer, so auch Hutter, wurden nach ihrer Rückkehr bestraft. 2006 besuchte der damalige freisinnige Bundesrat Couchepin Hans Hutter in Winterthur und würdigte seinen Einsatz im spanischen Bürgerkrieg (Link).

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Deklaration meiner Beziehung zu „Roshardt und Roshardt“: Aufgrund meiner Jugenderinnerungen an Pia und Walter Roshardt habe ich mich dafür eingesetzt, dass dieses Werk geschaffen wurde.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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