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Europa erleben!

Viele Schweizerinnen und Schweizer haben ein sehr negatives Bild von der EU und ihren Mitgliedländern. Das ist eine tiefer liegende Ursache des Verhandlungsabbruchs über das Rahmenabkommen. Wenn die Beziehungen der Schweiz zur EU und ihren Mitgliedstaaten wieder besser werden sollen, muss viel getan werden, damit viel mehr Menschen Europa ERLEBEN! Authentisch!

Für die einen neoliberal, für die andern dirigistisch-sozialistisch, für die dritten undemokratisch („nur direkte Demokratie ist Demokratie“), für die vierten unökologisch, für die fünften tierquälerisch – die Reihe der Negativbilder der EU und ihrer Mitgliedländer lässt sich fortsetzen. Ihre Wirkung wird verstärkt durch schweizerische Selbstüberschätzung.

Das Resultat: Die Distanz der Schweiz zur EU kann nicht gross genug sein. Wer möchte in einem EU-Land leben – ohne Chance auf hohen Lohn und kräftige Vermögensbildung (Leistung zählt nichts), ohne Recht und Ordnung (No-Go-Areas bei Paris, Berlin und anderswo), ohne Souveränität, ohne lebendige Innenpolitik, unter der Fuchtel der Brüsseler Bürokratie? Wer Europa so sieht, fühlt sich bestätigt, wenn EU-feindliche Rechtsparteien erstarken.

Wenn das ändern soll, und wenn wir eine bessere Voraussetzung für eine kooperative Neuorientierung der schweizerischen Europapolitik schaffen wollen, müssen wir eine Strategie in Angriff nehmen: Europa erleben! Begegnungen müssen auf breiter Basis ermöglicht werden, für alle Bevölkerungsschichten und Lebensalter.

Ansatzpunkte können die Städte- und Gemeindepartnerschaften sein, die Mitgliedschaft von Parteien, Verbänden, NGO’s  in europäischen Dachorganisationen, aber auch Aktivitäten wie diejenigen der Gesellschaft zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit (Link).

Und dazu gehört eben auch Reisen, Besuchen, Einladen.

Wer hat Ideen? Wer packt etwas an?

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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