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Wenn Diktatoren ihren Erfolg vernichten: Napoleon, Hitler – wird es einen Nächsten geben?

Die Medien nehmen den 200. Todestag Napoleon Bonapartes zum Anlass, neu über ihn nachzudenken. Gut so. Einer der interessantesten Aspekte ist, dass dieser hochbegabte Stratege durch den Russlandfeldzug seinen Erfolg vernichtete. Und dass Adolf Hitler diesen Weg nach Russland und in die Vernichtung des eigenen Erfolgs noch einmal ging.

Es wäre ermutigend, wenn es nicht Millionen von Menschenleben gekostet hätte: Napoleon und Hitler machten durch Fehlentscheide, die auf der Überschätzung ihrer Kräfte, der Kräfte ihrer Armeen und Völker beruhten, ihren Erfolg zunichte. Wie wäre es weitergegangen, wenn sie stattdessen ihre Macht konsolidiert hätten? Robert Harris hat den lesenswerten Roman „Vaterland“ auf der Annahme aufgebaut, Hitler habe den Krieg nicht verloren (Link).

Napoleon und Hitler sind krasse, eindeutig personalisierte Fälle. Es gab noch Andere. Zum Beispiel das japanische Kaiserreich, das die fürchterliche, zugleich strategisch und technologisch erstaunliche Tat vollbrachte, grosse Teile Asiens, einschliesslich Chinas, zu unterwerfen – die ersten und bisher einzigen Atombombeneinsätze auf sich zog und den Krieg verlor.

Werden mächtige Alleinherrscher unserer Zeit den Weg Napoleons und Hitlers in den Untergang erneut gehen? Xi und Putin wirken nicht wie Abenteurer, sondern wie reflektierte, realistische Strategen der Machtausweitung. Aber Alleinherrschaft ist und bleibt gefährlich – für die Welt, die der militärischen Macht der Alleinherrscher ausgesetzt ist, aber auch für die Diktatoren selber. Vor allem wenn sie nicht zulassen, dass sie gewarnt werden, wenn sie sich anschicken, ihren „Russlandfeldzug“ anzutreten, oder Warnungen nicht ernst nehmen.

Bild von Ulrich Gut

Ulrich Gut

Ulrich Gut (1952), Dr. iur., wohnt in Küsnacht ZH. Der ehemalige Chefredaktor und Kommunikationsberater kommentiert auf Online Plattformen politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Er präsidiert UNSER RECHT und ch-intercultur. 2009-2020 war er Zentralpräsident von Alzheimer Schweiz.

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